AUSZÜGE AUS DER SELBSTBETRAUCHTUNG
Wenn du dreitausend Jahre lebtest, selbst dreißigtausend,
so erinnere dich dennoch, dass keiner ein anderes Leben verliert
als das, was er wirklich lebt, und kein anderes lebt, als das,
was er verliert. Das längste kommt also mit dem kürzesten
auf eins hinaus. Der gegenwärtige Zeitpunkt
ist für alle von gleicher Dauer, welche Ungleichheitenen es auch in der
Dauer des Vergangenen geben mag, und den man verliert,
erscheint nur wie ein Augenblick;
niemand kann weder die Vergangenheit noch die Zukunft verlieren,
denn wie sollte ihm das rauben können, was er nicht besitzt?
Man muss sich zwei Wahrheiten merken, die eine,
dass alles sich im ewigen, unveränderlichen Kreislauf befindet
und dass es von keiner Wichtigkeit ist, dieselben Dinge
hundert oder zweihundert Jahre oder eine
grenzenlose Zeit zu beobachten;
die andere, dass der im höchstem Lebensalter und der
sehr jung sterbende beide das Gleiche verlieren.
Sie verlieren nur den gegenwärtigen Zeitpunkt, weil sie nur diesen allein besitzen
und weil man das, was man nicht besitzt, nicht verlieren kann.

8 comments:

celain said...

wundervoller text zu wunderschönem bild.
von wem ist der auszug?

xx

Margaret said...

amazing shoulders!!
great blog!
loving the posts
stop by some time xx

angelina said...

ahh ganz vergessen hin zu schreiben, von marc aurel.

Stricksogge said...

Ich finde, dass das alles stimmt, aber ich finde auch, dass man imerhin die zukunft verlieren kann. Das ist ja das schlimme am jung sterben. Finde ich.

Kim said...

My German isn't quite good enough to understand what you're saying, but the picture is só stunning!

Xx

Between Venus and Saturn said...

Awesome dress and shoes! I'm still looking for a pair like that for upcoming fall

anouk said...

stimmiges an einem regennachmittag.

Violetta E. said...

so cool!